Tragen von Masken / Schutzkleidung in unserer Praxis

Liebe Eltern,

…die ungewöhnlich langen Haare sind dem geschlossenen Friseursalon geschuldet….

immer häufiger werden wir angesprochen, wann das Personal und die Ärzte in unserer Praxis Masken tragen? Selbstverständlich folgen wir der Anordnung der Landesregierung NRW vom 27.4.2020.
Mit ein paar Zeilen möchte ich wegen vieler Nachfragen eine vernünftige – aber persönliche Meinung – zu diesem Thema abgeben.

  1. Womit haben wir es im Rahmen der sogenannten Covid19 Krise zu tun?
    Es handelt sich um eine Virusinfektion – vergleichbar mit Influenzaviren, RS Viren, Metapneumovirusviren als winzigste Erreger – die als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
    Voraussetzung ist dabei ein aktives Husten oder Niesen, so dass ein tröpfchengesättigter Luftstrom bewegt wird. In dieser Art werden die Coronaviren vom Überträger auf den Gesunden übertragen.
  2. Welche Gruppen von Menschen sind in besonderer Weise “bedroht”?
    Nach derzeitigen Kenntnisstand und Informationen aus dem Stadtgebiet und der näheren Umgebung stellt die Covidinfektion eine Bedrohung für Menschen mit schwerwiegenden Grunderkrankungen UND einer gewissen Altersschwelle dar.
    Dieser Personenkreis muss geschützt werden!!
    Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche zählen bisher NICHT zum Risikokreis.
    Ein eingeschränktes Risiko haben Kinder mit chronischen und schwerwiegenden Grunderkrankungen, ohne dass bisher Erkrankungen mit Todesfolge berichtet wurden.
  3. Warum also die Empfehlung des Maskentragens in der Öffentlichkeit?
    Problematisch könnte sich der “stille Überträger” darstellen, also der Mensch, der Covid19 übertragen kann, ohne selber Krankheitssymtome zu entwickeln.
    Das ist DIE GROSSE UNBEKANNTE in der gesamten Diskussion.
    Weder eine durchgemachte Infektion noch das stille Tragen der Infektion ist bisher diagnostisch nachzuweisen – es sei denn, wir würden täglich einen Abstrich machen (lassen) – was nicht umsetzbar ist.
  4. Wen schützt die Maske und welche Maske schützt?
    Diese Frage ist ebenfalls schwer zu beantworten.
    Bis auf wenige professionelle Atemschutzmasken, wird immer ein Luft-/Tropfchenstrom aus der Maske austreten. Hinzu kommt, dass die marktüblichen Masken sich der kindlichen Anatomie kaum anpassen.
    Dennoch kommt es zu einer Minderung des Luft-Tröpfchenstroms, und damit zur Reduktion – aber nicht dem Ausschalten – des Übertragungsrisikos.
    Nach derzeitigen Kenntnisstand scheint es so zu sein, dass die Maske mehr Schutz für die Umgebung als für den Maskentragenden bedeutet. Konkret: sich schützen funktioniert nur eingeschränkt, den Anderen schützen mit Maske UND SICHERHEITSABSTAND: ja.
  5. Wann sollte die Maske getragen werden?
    Wenn ein empfohlener Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, oder wenn Risikopatienten (s.o.) einen nicht vermeidbaren Kontakt haben, sollten BEIDE Personen geeignete Masken tragen und alle geltenden Hygieneregeln beherzigen.
    Das Maske tragen ersetzt Händewaschen, Abstand halten, Husten und Niesen in die Ellenbeuge NICHT!
    Personen mit Problemen der Atemwege dürfen in Ausnahmefällen auf die Maske verzichten (Lnd.nrw.de vom 27.4.2020)
  6. Umgang mit den Fragen in der Praxis?
    Wir haben es hin und her diskutiert und nach eine praktikablen Lösung gesucht. Eine Entscheidungsfindung ist nicht leicht, zumal in einer Kinderarztpraxis einige Besonderheiten herrschen, die berücksichtigt werden sollten:
    nicht Ihre Kinder gelten als besonders gefährdet (was das Durchleben der Erkrankung angeht), sondern das Praxispersonal und die Ärzte, die den täglichen Kontakt mit den Kindern haben
    – dennoch sollte die potentielle Übertragung in der Praxis vermieden werden, da Kinder häufiger stille Überträger sein werden
    – da die Untersuchung des Kindes IMMER das Unterschreiten des Sicherheitsabstandes bedeutet, muss vor allem der Arzt und die begleitende Arzthelferin auch auf eine eigene Infektion achten
    Mund, Nase, Mundhöhle und Zähne gehören zu einer vernünftigen Untersuchung dazu. Spätestens hier, muss das Maske tragen aufgegeben werden
    psychologisch ist das Maske tragen des Arztes und Personals für Kinder befremdlich bis angsteinflössend. Eine Mutter sagte spontan: ” …..für meine Kinder ist es schrecklich, wenn der vertraute Kinderarzt Maske targen würde”.
  7. Konkreter Umgang in der Praxis:
    – grundsätzlich werden von allen Personen in der Praxis Masken getragen
    – wir achten seit Wochen auf den Sicherheitsabstand und haben den ohnehin geltenden Hygienestandard noch einmal verstärkt.
    – wir respektieren das Tragen der Masken seitens der Eltern und Kinder sehr wohl, und werde nur zu Untersuchungszwecken das Abnehmen der Maske erbitten
    sollten Sie die Untersuchung durch den Arzt/Arzthelferin ohne Maske wünschen, so können Sie dies gerne am Empfang mitteilen und wir werden eine Lösung finden.

Ihr Dr. Stute & Team

Nachsatz: ….im Übrigen wünschen wir uns, dass sämtliche Politiker zum Schutz der Mitarbeiter der Medien (das sind die politischen Dienstleister!!) während Interviews und Sendungen Masken tragen!